Aruma de Bolivia - Südamerikanische Kultur in der Schweiz
Die Gruppe ARUMA DE BOLIVIA begeistert das europäische Publikum seit 1980. Die vier resp. fünf Musiker spielen auf verschiedenen Instrumenten (Quena, Bombo, Charango, Zampoñas, Gitarre) singen zum Teil vierstimmig, tanzen zu ihren Melodien und schlagen heisse Rhythmen. Dazu tragen sie die Trachten ihres Landes. Hört man bolivianische Folklore, so vernimmt man auch die ursprünglichste Musik Südamerikas. Und südamerikanische Musik assoziiert: Rhythmus, Temperament. Mitgerissen von ihren komplizierten, faszinierenden Rhythmen, sind die Musiker laufend in Bewegung und verbreiten eine Stimmung, die ansteckend ist, die bewegt, die begeistert.
Indianische, spanische und afrikanische Elemente sind in den südamerikanischen Rhythmen vereint. Wenn sie aufspielen, weiss man nie, ob man nun die virtuose Beherrschung der Instrumente und den Zauber der Musik oder die davon wie von Zauberhand ausgelösten tänzerischen Impulse mehr bewundern soll. Ihre Volksmusik wird mit grosser Intensität und Feinfühligkeit dargeboten. Die Lieder der Gruppe ARUMA DE BOLIVIA handeln von Liebe und der Not der indianischen Bevölkerung; die Themen sind dem Alltag entnommen. Ihre Melodien bieten einen Querschnitt durch das mannigfaltige musikalische Schaffen im südamerikanischen Binnenstaat. Die heissblütigen Latinos sind aber auch in der Lage, die feinen, aber doch auch für uns hörbaren Unterschiede unter den verschiedenen Stilrichtungen in den einzelnen Landesteilen resp. den anderen südamerikanischen Ländern aufzuzeigen.
Musikalische Ursprünge aus den Anden
Geschichtliche Aspekte
Musik und Tanz verbinden Völker: häufig sind sie die einzige Sprache, die alle noch verstehen. In der alten Indiosprache bedeutet ARUMA "Nacht". Der Name rührt daher, dass die Musiker von ARUMA meistens am Abend auftreten, um mit dem Publikum die Stimmung einer bolivianischen Nacht zu erleben. ARUMA spielt die Musik der Indios. Ein fröhliches, geselliges Bauernvolk aus den Anden, das vorwiegen auf dem Altiplano lebt. Die Vorfahren der Indios stammen von den Inkas ab. Die heutige Kultur der Indios ist allerdings durch die jahrhundertelange Herrschaft der Spanier und der modernen Industriestaaten sehr geprägt worden.
Materielle Armut und soziale Rückschritte bestimmen das Schicksal einer politisch unterdrückten Bevölkerung. Die Wiederentdeckung der eigenen Kultur und das Aufarbeiten der klassischen Minderwertigkeitsgefühl ist in Bolivien wohl weiter gediehen als in anderen Ländern Südamerikas. Trotz bedrohlicher Zustände ist der Lebenswille der Indios unzerstörbar. Das Singen und Tanzen symbolisiert das indianische Selbstbewusstsein.
Traditionelle Instrumente
Mit bolivianischer Folklore hört man die ursprünglichste Musik Südamerikas. Indianische Musiktraditionen wurden im Wandel der Zeit mit afrikanischen und besonders spanischen Einflüssen vermischt. Das zeigt sich an den Instrumenten, die ARUMA verwendet:
Quena
Flöte aus Bambusrohr mit eingekerbtem Schlitz anstelle eines Mundstückes.
Zampoñas oder Sikus
Panflöten aus Schilfrohren verschiedener Längen, sie werden von Indios an den Ufern des Titicacasees angefertigt.
Charango
kleine Gitarre, der Klangkörper besteht aus dem Panzer eines Gürteltiers. Das Charango ist ein Erbe aus der spanischen Kolonialzeit vom 15. Bis 16. Jahrhundert, man erkennt es an der traditionellen spanischen Spielweise.
Bombo
grosse Trommel, bespannt mit Schaf- oder Ziegenfell. Ein Motiv aus Afrika, da durch die nach Amerika gebrachten afrikanischen Sklaven ins Blut der temperamentvollen Bolivianer floss.
Ch'ullus
Rhythmus-Instrument aus einem Haufen zusammengebundener Ziegenklauen.
Gesang
Der virtuose Gesang ist jedoch unser wichtigstes Instrument. Mit der ersten Stimme, dem mehrstimmigen Einsatz
oder dem Tenor, begleitet vom Zweiklang der Flöteninstrumente und der schwermütigen Gitarre, können wir den melodiösen, kernigen Ton unserer Sprache zum Ausdruck bringen.